Nagelpilz und Fußpilz, eine Volkskrankheit

von Dr. rer. nat. Volker Krainbring

Nagelpilz und Fußpilz ist eine Volkskrankheit unter der über 16 Millionen Menschen alleine in Deutschland leiden. Beide Erkrankungen sind eng miteinander verbunden, äußerst unangenehm und zum Teil sehr langwierig zu behandeln.

Insbesondere die Nagelpilzbehandlung bedarf sehr viel Geduld und Zeit – ca. 12 bis 24 Monate – weil der Nagel einmal komplett durchwachsen muss.

Neben Tinkturen, Lacken und Cremes muss häufig systemisch mit Tabletten behandelt werden. Diese Substanzen haben zum Teil starke Nebenwirkungen. Besonders hervorzuheben ist die Schädigung der Leber durch Tabletten.

Der Nagelpilz wird zu ca. 98% von Fadenpilzen, den sogenannten Dermatophyten, verursacht. Sie ernähren sich von dem Keratingewebe der Nägel und den abgestorbenen Hautschuppen. Besonders stark gedeihen sie im feuchtwarmen Milieu, wie z. B. beim Tragen von Sport- oder Arbeitsschuhen. Ihre Verbreitung erfolgt über Sporenbildung. Daher ist das übliche Feilen und Schleifen der Nägel kontraproduktiv, da hierbei ein feines Pulver entsteht, welches die Verbreitung der Sporen fördert.

Hinzu kommt, dass die Dermatophyten im Laufe der Zeit eine hohe Resistenz gegenüber den herkömmlichen Antimykotika erreicht haben. Über 50% der Dermatophyten sind resistent!

Somit hat jede Behandlung, auch die systemische, d.h. mit Tabletten, nur eine Chance auf Erfolg von unter 50%!

Dabei hat die Evolution uns Menschen einen sehr effektiven natürlichen Schutz für unsere Haut geschaffen.

Nach dem Verlust der starken Behaarung, wie zu Zeiten der Neandertaler, schaffte die Evolution für die Haut den Säureschutzmantel. Dies ist eine Schutzbarriere vor Parasiten und Pilzen, die noch immer sehr effektiv wirkt.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass kein einziger Dermatophytenstamm in der Lage ist, seinen Stoffwechsel im sauren Milieu zu betreiben. Selbst die Sporen können nicht gedeihen oder sich verbreiten. Sie sterben daher ab. Pilzinfektionen entstehen nur bei gestörtem Säureschutzmantel!

Die Ursachen hierfür können sehr verschieden sein, wie z.B. bedingt durch Verletzungen, laugenhaltigen Waschmittel, genetische Gründe (Extremitäten wie Hände und Füße haben dann einen alkalischen PH-Wert von ca. 7,3 – 7,8 und nicht 5,5 – 6,5 wie normal) oder schlechter Durchblutung.

Alleine die schlechte Durchblutung bei älteren Diabetikern führt dazu, dass jeder zweite Diabetiker, der über 60 Jahre alt ist, an Nagelpilz leidet. Alle Behandlungen bedürfen sehr großer Sorgfalt und Geduld durch den Patienten. Dazu gehören neben der regelmäßigen Behandlung auch hygienische Maßnahmen, wie das tägliche Strümpfe wechseln und diese bei 60-65 Grad Celsius waschen, um die Sporen abzutöten und die auch wöchentliche Schuhdesinfektion.

Hierzu ein kleiner Tipp: Bei Lederschuhen keine alkoholhaltigen Desinfektionsmittel nehmen, denn die machen das Leder porös und brüchig, sondern immer nur alkoholfreie Desinfektionsmittel verwenden.

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